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One Meal A Day – Intermittent Fasting für Fortgeschrittene

Liebe LeserInnen,

vor kurzem erfolgte für mich der Startschuss in ein neues Studiensemester – welch eine (zweifelhafte) Freude! Ab nun gilt es wieder den alltäglichen Spagat zwischen Uni-Alltag und Fitness-Lifestyle zu schaffen. Ich sage jetzt schon: „ Aua!“ Denn: Zwischen Lehrveranstaltungsbesuchen, Präsentationen, Gruppenprojekten, Hausarbeiten, Klausuren und nervenzehrenden Lernphasen fällt es nicht immer leicht, auch noch seinen Trainings- und Ernährungsplan konsequent umzusetzen (#noexcuses).

Jetzt aber zur guten Nachricht: Ich habe in den Semesterferien für euch eine innovative und zugleich megasimple Ernährungsstrategie getestet, die nicht nur euren Terminkalender entlastet, sondern welche sich laut wissenschaftlichen Erkenntnissen obendrein auch noch optimal mit euren Fitness-Ambitionen verträgt. Die Rede ist von der One Meal A Day-Diät.

One Meal A Day (OMAD)-Diät: Das perfekte Ernährungskonzept für alle Kochmuffel und Stressgeplagten!

Also: Worum geht es bei besagter Diät mit dem ominösen, englischen Titel denn nun konkret? Bei One Meal A Day handelt es sich im Grunde genommen um nichts anderes, als um eine Steigerungsform des herkömmlichen Intermittent Fasting-Konzepts, bei welchem in der Regel (wie wir aus meinem ersten Blog-Beitrag alle wissen) für sechzehn Stunden am Tag völlig auf Nahrung verzichtet wird, um anschließend acht Stunden lang ungeniert essen zu dürfen (= 16:8-Rhythmus).

One Meal A Day geht jetzt aber noch einen (großen) Schritt weiter und setzt auf eine 23stündige Fastenperiode gefolgt von einem einstündigen Essenszeitfenster (= 23:1-Rhythmus). Nur eine Stunde pro Tag für die Nahrungsaufnahme? Klingt hart, birgt aber bei genauerer Betrachtung jede Menge Vorteile in sich!

Das wohl offensichtlichste Argument pro OMAD ist die große Zeitersparnis. Klar: Wer nur einmal am Tag den Kochlöffel schwingt, kann sich in der restlichen Zeit um andere, wichtigere Dinge kümmern. Um seine Studien zum Beispiel.

Jetzt werden sich viele von euch bestimmt die Frage stellen: Aber leide ich nicht den ganzen Tag unter einem unerträglichen Hungergefühl, wenn ich nur einmal pro Tag esse?

Die Antwort lautet: Jein! Mein zweiwöchiger Selbstversuch zeigte ganz klar, dass zwar gerade während der Umstellungsphase ein omnipräsentes Magenknurren mein Durchhaltevermögen auf eine harte Probe stellte. Doch ich hielt durch, bis mein Körper schließlich vom Kohlenhydrat- zum Fettstoffwechsel „umswitchte“ und siehe da – der böse Hunger trat immer seltener auf den Plan. Heute, rund zwei Wochen nach dem Startschuss des Selbstversuchs, kann ich sagen, dass das Hungergefühl nur mehr eine sehr untergeordnete, ja nahezu marginale Rolle spielt.

Eine weitere Angst, die viele SportlerInnen im Zusammenhang mit dem Fasten im Allgemeinen – und mit der OMAD-Diät ganz im Speziellen – assoziieren, ist die Furcht vor dem Katabolismus (Muskelabbau). Kein Wunder: Wurde uns bis dato doch immerzu gepredigt, dass wir mindestens alle zwei Stunden essen müssten, um unsere Muskulatur mit ausreichend Nährstoffen (insbesondere Proteinen) zu versorgen.

Doch auch hier weiß die OMAD-Diät durchaus mit Gegenargumenten zu überzeugen:
Die OMAD-Diät macht gleichzeitigen Muskelauf- und Fettabbau möglich!

Bitte was? Wie soll das denn funktionieren? Das Geheimnis liegt hierbei in den Auswirkungen des Fastens auf unseren Hormonhaushalt. Laut wissenschaftlichen Studien beeinflusst das radikale Fastenkonzept nämlich unsere HGH-Ausschüttung positiv. HGH, als das Wachstumshormon schlechthin bekannt, ist natürlich maßgeblich dafür verantwortlich, dass wir an Muskelmasse zulegen können.

Die einfache Gleichung, die sich daraus ableiten lässt, lautet somit: mehr HGH = mehr Muskeln! Wer fastet, braucht sich also um seine Optik keine Sorgen zu machen, solange er am Ende des Tages seinen Kalorien- und Makronährstoffbedarf deckt – ob man dieses Ziel nun durch 4 Mahlzeiten pro Tag, oder eben nur durch eine Einzige erreicht, ist dabei völlig einerlei.

Die OMAD-Diät lässt Körperfett schmelzen!

Auch in Sachen Fettverbrennung, hat die OMAD-Diät einiges zu bieten. So führen die langen Fastenperioden dazu, dass unser Körper täglich in den Zustand der sogenannten „Ketose“ versetzt wird. Nein, dabei handelt es sich nicht um eine ausgefallene Yoga-Stellung, sondern um eine besondere Art des Stoffwechsels – und zwar um den Fettstoffwechsel. Heißt: Anstatt Zucker verbrennt unser Körper Fett – ja genau, Körperfett – um genügend Energie für unseren Organismus bereitstellen zu können.

Die Kombination aus den beiden zuvor genannten Pluspunkten führt unterm Strich dazu, dass mittels der OMAD-Diät eine „Bodyrecompostiton“, sprich der parallele Muskelauf- und Fettabbau, durchaus im Bereich des Möglichen liegt.

Bleibt nur noch die Frage: Ist die zeitliche Reduktion der Nahrungsaufnahme auf lediglich eine Stunde pro Tag auch tatsächlich gesund? Experten meinen: Ja!

OMAD-Diät: Wie gesund ist sie wirklich?

Glaubt man neuesten wissenschaftlichen Untersuchungen, wie jener der University of Southern California, kann tägliches Fasten typischen Zivilisationskrankheiten, wie zum Beispiel Diabetes Typus 1 und 2 Einhalt gebieten.

Interessant: Das One Meal A Day-Konzept kommt dem Ernährungsverhalten unserer Vorfahren sehr nahe, führt uns also quasi wieder zu unserem nutritiven Ursprung zurück. Warum das gut sein soll? Nun, wie die Wissenschaft heute zu wissen glaubt, spielten bei unseren Vorfahren „Wohlstandskrankheiten“ wie Diabetes, Bluthochdruck, Adipositas etc. so gut wie gar keine Rolle. Tatsächlich sind die besagten Krankheitsbilder nämlich allesamt ein Produkt der modernen (und vor allem westlichen) Ernährungsweisen.

Wir halten also fest: One Meal A Day keeps the Doctor away!

Fazit zur OMAD-Diät!

Es begann zunächst als zögerlicher Versuch. Doch nach der erfolgreich überstandenen zweiwöchigen Testphase bin ich mir nun sicher: Die OMAD-Diät wird mein persönlicher Kommilitone für das bevorstehende Sommer-Semester! Zu verlockend präsentiert sich einfach die Pro-Liste in Zusammenhang mit diesem – zugegeben etwas radikalem – Fastenkonzept. Mehr Zeit, mehr Muskeln und weniger Fett? Da sage ich nicht nein!

Wichtig ist nur, und mit diesem Hinweis schließe ich den heutigen Blog-Beitrag auch schon wieder, dass man sich während des ohnehin sehr eng gestecktem Essenszeitfenster so gesund und ausgewogen wie möglich ernährt. Der Grund: Wer sich vor lauter Freude über die erfolgreich absolvierte Fastenphase jeden Tag ausschließlich mit Burger, Pizza und Co. belohnt und dabei völlig auf seinen Mikronährstoffbedarf (Vitamine, Minerale, Ballaststoffe) vergisst, riskiert Mangelerscheinungen und damit seine Gesundheit.

Ps: Am Ende des Semesters werde ich einen weiteren Blog-Beitrag zum Thema One Meal A Day verfassen und euch im Zuge dessen von den „Langzeitfolgen“ des besagten Fasten-Konzepts berichten. Also, schaut gerne wieder vorbei. 😊

Verfasst von Sportnahrung.de Gastblogger Philipp Sitter

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