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Paleo-Diät: Back to the roots!

Was haben Megan Fox, Miley Cyrus und Matthew McConaughey gemeinsam? Genau: Rein theoretisch müsste niemand von ihnen am Hungertuch nagen. Und dennoch: In der Praxis schränken sich alle drei Hollywood-Stars hinsichtlich ihrer Nahrungsaufnahme stark ein. Fertigprodukte? Getreide? Süßigkeiten? Ja, sogar Milch? All das findet im Kühlschrank von Megan Fox und Co. keinen Platz. Freilich hat dieser Verzicht keinen finanziellen, sondern viel mehr einen gesundheitlichen, beziehungsweise ästhetischen Hintergrund. Das (Diät-)Kind hat auch einen Namen: Paleo-, bzw. Steinzeiternährung – und die verspricht in Sachen Fettverlust und (fettfreiem) Muskelaufbau so einiges! Also: Dranbleiben und weiter lesen lohnt sich!

Paleo-Diät: Was versteht man darunter?

Wenn man alle Definitionen, die im Internet kursieren, auf ihre Kernaussage herunterbricht, so lässt sich folgendes sagen: Unter der Paleo-Diät versteht man die artgerechte Ernährungsweise für den Menschen – so wie sie eben bereits von unseren Vorfahren, sprich den Jägern und Sammlern aus der Steinzeit, praktiziert wurde.

Die Paleo-Anhänger des 21. Jahrhunderts folgen also quasi dem Motto: “Was der Höhlenmensch nicht kannte, das esse auch ich nicht!“. Der Hintergedanke dabei: Laut Wissenschaftlern haben sich unsere Gene seit der Altsteinzeit nicht verändert, was den Schluss zulässt, dass für unseren Körper auch nur jene naturbelassenen Lebensmittel wirklich gut sein können, die den Menschen auch schon damals zur Verfügung standen.

Die Menschen tendieren also dazu, wieder wie früher zu speisen. Und mit „früher“ ist dabei nicht das “Urgroßmutter-kein-Internetanschluss-und-kein-Smartphone-Früher”, sondern vielmehr das “Vor-der-neolithischen-Revolutuion-kein-Ackerbau-und-keine-Viehzucht-Früher” gemeint!

Zur Erklärung: Die neolithische Revolution markiert eine Art zeitgeschichtlichen Wendepunkt – und zwar von der Steinzeit zum Neolithikum (=Jungsteinzeit). Im Neolithikum, sprich vor circa 10.000 Jahren, begann die Menschheit allmählich Nutztiere zu domestizieren, Getreidefelder und Äcker zu kultivieren und sesshaft zu werden. In anderen Worten: Für überzeugte Paleo-Anhänger nahm ab diesem Zeitpunkt das “Unheil” seinen Lauf.

Die Steinzeiternährung verfolgt also gewissermaßen einen „Zurück zum Ursprung“-Ansatz, der dem modernen Menschen wieder zu einem gesünderen, aktiveren und bewussteren Lebensstil verhelfen soll. Wichtig: Bei der Paleo-Diät geht es keineswegs darum das Leben in der Steinzeit zu imitieren. Ziel ist es einzig und allein die natürliche Ernährungsweise von damals auf die moderne Gesellschaft zu adaptieren. Wer der Paleo-Diät folgen möchte, muss jetzt also nicht einen Speer schnitzen und damit im Nachbarswald auf die Pirsch gehen.

Paleo-Diät: Was darf man essen?

Auf dem Speiseplan eines passionierten Paleo-Anhängers stehen:

* Fleisch – ausschließlich Wild- und Weidetiere! (keine Tiere, die mit Mais oder Getreide gefüttert wurden)
* Fisch – ausschließlich Wildfang!
* Eier
* Obst
* Gemüse
* Kräuter, Pilze, Honig
* Hülsenfrüchte
* Meeresfrüchte & Schalentiere
* Knollen (z.B. Süßkartoffel)
* Naturöle (Kokosöl, Olivenöl, Avocadoöl)
* Samen und Sprossen

Wie man also sehen kann, besinnt man sich in alter Jäger-und-Sammler-Manier auf ursprüngliche, unverarbeitete (Stichwort: „Processed Food“) und naturgegebene Nahrungsmittel.

Ebenfalls wichtig: Die Paleo-Befürworter setzen auf (Lebensmittel-)Qualität statt Quantität. Was heißt das nun konkret? Ganz einfach: Die konsumierten Nahrungsmittel sollten so frisch, naturbelassen, genfrei, bio, saisonal und regional wie möglich sein. Denn: Auch unsere Vorfahren haben sich keine exotischen Früchte von der anderen Seite des Planeten einfliegen lassen, nur um im Winter einen Mango-Bananen-Smoothie genießen zu können. Stattdessen wurde das verzehrt, was eben gerade wuchs (=saisonal) und lokal vorzufinden war (=regional).

Die Vorteile dieses Diät-Ansatzes liegen dabei klar auf der Hand: Der Boykott von Fertigprodukten und die gleichzeitige Rückbesinnung auf den Konsum natürlicher Lebensmittel lässt mit der Zeit nicht nur die Pfunde kräftig purzeln, sondern beugt auch typischen Zivilisationskrankheiten (=Wohlstandskrankheiten) wie Diabetes Typ 2 und Adipositas präventiv vor.

Paleo-Diät: Was ist tabu?

Die neu interpretierte Steinzeit-Ernährung lehnt jegliche Art von industriell hergestellten und verarbeiteten Lebensmitteln ab. Ravioli aus der Dose? Chili con Carne aus der Tüte? Chicken Nuggets aus der Gefriertruhe? Für Paleo-Befürworter der reine Alptraum.

Wer konsequent ist, muss auch auf Brot und Milch verzichten, da Getreideanbau und Milchgewinnung durch artfremde Lebewesen (Ziegen, Schafe, Kühe) ebenfalls eine Erfindung der “Moderne” sind.

Neben Getreide und Milchprodukten stehen auch noch raffinierter Zucker, Alkohol und raffinierte Pflanzenöle auf der Tabu-Liste. Summa summarum machen die aufgelisteten Nahrungsmittel jedoch etwa 70 Prozent der zeitgenössischen, westlichen Ernährungsweise aus. Aus diesem Grund wird der Paleo-Diät auch gerne das Prädikat „schwer umsetzbar“ umgehängt – was mich auch gleich zum nächsten Punkt bringt:

Paleo-Diät: Die Schwächen!

Ja, die Steinzeiternährung erfordert einiges an Veränderung, geht sich doch so gar nicht mit unseren modernen Essensgepflogenheiten konform. Aus diesem Grund ist die Paleo-Diät auch eher nichts für Willensschwache oder Last-Minute-Abnehmer. Die Steinzeiternährung versteht sich vielmehr als langfristiges (oft sogar „lebenslängliches“) Ernährungskonzept und keinesfalls als Crash-Diät. Der Begriff „Diät“ ist deshalb in diesem Zusammenhang auch etwas irreführend, da er einen kurzen, abgeschlossenen Zeitraum impliziert. Bei der Paleo-„Diät“ handelt es sich aber vielmehr – wie bereits gesagt – um ein langfristiges und damit auch nachhaltiges Ernährungskonzept und sollte daher eher als Paleo-„Ernährung“ bezeichnet werden.

Der Hauptkritikpunkt an der Steinzeiternährung lautet jedoch: Man kann den Lebens- und damit einhergehend auch den Ernährungsstil der Steinzeitmenschen nicht eins zu eins auf den modernen Menschen des 21. Jahrhunderts ummünzen.

Zu unterschiedlich sind einfach die Strapazen & Anforderungen des Alltags und somit auch die benötigte Energiezufuhr. Ein Bürohengst im Jahre 2018 wird klarerweise weniger Kalorien und eine andere Nährstoffzusammensetzung benötigen als ein Jäger und Sammler von damals. Ist die Paleo-Diät also letzten Endes doch nur ein romantischer Nostalgie-Gedanke, der in unserem modernen, hochzivilisierten Leben keinen Platz mehr hat – ja, sogar zu unserem Nachteil ausgelegt werden könnte? Meine persönliche Meinung dazu liest du im Fazit.

Die Paleo-Diät: Mein Fazit!

Ob man nun wieder anfangen sollte sein Mittagessen selbst zu jagen? Ich denke nicht. Aber das intendiert die Paleo-Diät auch gar nicht.

Die Message der Steinzeiternährung ist ganz klar: Überdenkt eure aktuellen Ess- und Trinkgewohnheiten! Besinnt euch wieder auf jene Lebensmittel, die dem Körper tatsächlich wertvolle Nährstoffe liefern und versucht „leere“ Kalorien weitestgehend zu vermeiden. Und vor allem: Fangt an wieder regional und saisonal zu speisen!

Die Paleo-Diät schafft somit ein Bewusstsein für naturbelassene Ernährung, was ich uneingeschränkt goutieren kann. Dennoch: Der Verzicht auf jegliche Art von Milch- und Getreideprodukten scheint mir dann doch etwas zu extrem und auch nicht wirklich notwendig. So eng möchte ich das Ernährungs-Korsett für mich persönlich dann doch nicht schnüren. Für alle LeserInnen mit Laktoseintoleranz und/oder Glutenunverträglichkeit kann die Steinzeiternährung aber eine echte Alternative darstellen.

Nichts desto trotz kann die Paleo-Diät ein legitimer Wertekompass sein, der einen mit absoluter Präzision den Weg in eine gesündere (und auch schlankere) Zukunft weisen kann – wenn richtig angewandt!

Zur besseren Übersicht möchte ich hier noch einmal die relevantesten Vorteile der Paleo-Ernährung auflisten:

* Die Paleo-Diät setzt auf natürliche Nahrungsmittel
* Die Paleo-Diät verzichtet auf industriell hergestellte und verarbeitete Lebensmittel
* Durch den Boykott von Getreideprodukten aller Art bei einem gleichzeitig erhöhten Fleischkonsum verfolgt die Paleo-Diät quasi instinktiv einen natürlichen High-Protein- / Low-Carb-Ansatz
* Die Paleo-Ernährung verträgt sich optimal mit einer vorherrschenden Laktoseintoleranz und Glutenunverträglichkeit
* Die Paleo-Diät wirkt Zivilisationskrankheiten, wie Übergewicht, Fettleibigkeit und Diabetes Typ II entgegen

Da die soeben aufgezählten Punkte meiner Meinung nach ohnehin für sich sprechen, lautet mein Schlussappell für alle LeserInnen diesmal schlicht und einfach: “Back to the roots!“

Verfasst von Sportnahrung.de Gastblogger Philipp Sitter

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